Region Trier

Naturschutz & Artenvielfalt: Amphibien

verwildertes Gewässer (Matthaiser Wald)  (Svenja Ellwart - BUND-Spechte)

Amphibien sind Wirbeltiere mit nackter, wenig verhornter und drüsenreicher Haut. Der Name „Amphibia“ aus dem Altgriechischen bedeutet soviel wie „doppellebig“, was auf die gleichzeitige Nutzung aquatischer aber auch terrestrischer Lebensräume hinweist. Der größte Teil unserer einheimischen Amphibienarten lebt die überwiegende Zeit des Jahres an Land und sucht die Gewässer vor allem zum Ablaichen auf. Nicht nur das Ablaichen findet im Wasser statt, auch ihre erste Lebensphase verbringen die Amphibien im Wasser. Erst nach der Metamorphose sind sie dazu in der Lage, an Land zu leben. Im Vergleich zu den Reptilien haben die Amphibien eine überwiegend nackte Haut mit wenigen Verhornungen, was sie an die feuchten Lebensräume bindet. Zum Schutz vor Feinden sind viele Amphibien dazu in der Lage, Giftstoffe über ihre Haut abzugeben. Ihre Nahrung setzt sich vor allem aus Insekten, Würmern und Schnecken zusammen.

im Vordergrund ein See mit dem Matthaiser Wald im Hintergrund  (Svenja Ellwart, BUND-Spechte)

Da es jedoch zunehmend zur Zerstörung und Verkleinerung entsprechender Feuchtbiotope kommt, gehen die Bestände der Amphibien stark zurück. Neben dem Verlust aber auch der Fragmentierung  ihrer  Lebensräume  sind  weitere  Gründe  für  ihren  Rückgang  der Klimawandel, die Übernutzung und die zunehmende Umweltverschmutzung. Zu  den  bei  uns  heimischen Amphibien zählen Salamander, Molche, Unken,  Kröten  und Frösche. In Deutschland kommen zurzeit 21 Lurcharten vor. Eine dieser Arten ist die Erdkröte Bufo bufo, die besonders von der Fragmentierung ihrer Habitate betroffen ist. Sie wird oft auch als „Explosivlaicher“ bezeichnet. Innerhalb kürzester Zeit wandern die fortpflanzungsfähigen Tiere im März und April zu ihren Laichgewässern. Als Weitstreckenwanderer sind Erdkröten in besonderem Maß vom Straßentod betroffen. Aus diesem Grund werden häufig Fangzäune  aufgestellt,  um  den  Tieren  das  Überqueren  des  immer  dichter werdenden Straßennetzes zu erleichtern (Amphibien Trier-Saarburg). Da die Erdkröte zu den weit verbreiteten und oft auch häufigen Amphibien gehört, gelten sie in Deutschland nicht als gefährdet. Dies sieht bei anderen Arten leider anders aus. Viele Arten stehen auf dem Anhang IV der FFH-Richtlinie. Diese Arten stehen europaweit unter Schutz, da sie gefährdet und somit  schützenswert  sind. In Deutschland  sind  sie  durch  den  §  44  des ​ Bundesnaturschutz-Gesetzes zusätzlich streng geschützt. Dazu zählen z. B. der Grasfrosch Rana temporaria, der Laubfrosch Hyla arborea, der Kammmolch Triturus cristatus, die Gelbbauchunke Bombina variegata, die Geburtshelferkröte Alytes obstetricans, die Wechselkröte Bufo viridis sowie die Kreuzkröte Epidalea calamita. Die Gelbbauchunke und der Kammmolch finden sich zudem im Anhang II der FFH-Richtlinie wieder. Demnach müssen für ihren Erhalt besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden. Ein solches Schutzgebiet stellt das Naturschutzgebiet Mattheiser Wald dar, der südöstlich von Trier liegt (Amphibien Trier-Saarburg). Neben dem Schutz der Lebensräume und der Unterstützung bei der Wanderung, kann aber auch jeder einzelne einen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Amphibien leisten. Dabei kann schon die Anlage von Laichgewässern in Form naturnaher Gartenteiche sinnvoll sein, die in der Regel schnell besiedelt werden. Zudem sollte man auf den Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln verzichten, da diese für die Lurche mit ihrer permeablen Haut eine Gefahr darstellen.

 

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