Region Trier

Naturraum Mehringer: Höhe vielfältig - artenreich - schützenswert

Die Mehringer Höhe: Ein Anblick, wie er sich in Mitteleuropa immer seltener finden lässt. Es wirkt fast wie vor der Flurbereinigung: Wiesen und Gräser, kleinen Äcker, dazwischen Hecken und vereinzelten Baumgruppen sind auf der Mehringer Höhe zu finden. Alles umrahmt von tiefgrünem Wald. Dies ist ein Landschaftsbild, das wir als Mensch über Jahrtausende geprägt haben. Wir haben die Natur langsam und stetig an unsere Bedürfnisse angepasst und auf diese Weise eine einzigartige Landschaftsstruktur geschaffen. Hecke, Wiese, Wald – sie alle bieten den unterschiedlichsten Arten Lebensraum. In Kombination mit der ungestörten Lage auf der Mehringer Höhe konnten sich hier eine Reihe von Arten ansiedeln! Die Wildkatze Felis silvestris zieht hier in alten Bunkerruinen ihre Jungen auf. Dabei wechselt die Mutter mit ihren Jungtieren fast wöchentlich ihren Unterschlupf und profitiert deshalb von der ungestörten Lage und Landschaftsstruktur. Da ein Großteil des mitteleuropäischen Bestandes in Rheinland-Pfalz vorzufinden ist, kommt uns hier eine ganz besondere Verantwortung für den Erhalt dieser bedrohten Tierart zu. Und doch ist die Wildkatze nur eine von insgesamt 45 streng geschützten Arten, die auf der Mehringer Höhe vorkommen. Auf den freien Wiesen finden sich wärmeliebende Insekten, Kleinsäuger und bodenbrütende Vögel, sowie viele Fledermausarten. Hier sei vor allem die Bechsteinfledermaus erwähnt, da sie nur in völliger Dunkelheit jagt. Die geringste Lichtverschmutzung führt für sie zu einem Lebensraumverlust. Auch der Gartenschläfer kommt auf der Mehringer Höhe vor. Er gilt in etlichen europäischen Ländern als ausgestorben und verschwindet auch in Deutschland zusehends.

 (Bündnis Naturraum Mehringer Höhe)

Ein weiterer Aspekt der ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist die Lage zwischen zwei Flora-Fauna-Habitat-Gebieten. Diese sind Teil von „Natura 2000“, einem EU-weiten Netzwerk von Schutzgebieten, dass es sich zum Ziel gesetzt hat, die biologische Vielfalt wiederherzustellen und zu erhalten. Um den Erhalt der Arten und Lebensräume zu gewährleisten sind Schutzgebiete über das gesamte Verbreitungsgebiet der Arten erforderlich und insbesondere der Austausch zwischen den Gebieten ist essenziell. Die FFH-Gebiete Fellerbachtal und Dhronhänge sind beide großflächig bewaldet, sodass die Mehringer Höhe eine ideale Verbindung bildet. Daher lassen sich unterschiedliche, sich ergänzende Lebensräume finden. Die Konzentration dieser vielfältigen sich ergänzenden Lebensräume auf der Mehringer Höhe in Kombination mit den beiden FFH-Gebieten ist für unsere Region einzigartig und somit dringend schützenswert.

 (Bündnis Naturraum Mehringer Höhe)

Zum Schutz dieses vielfältigen und artenreichen Gebiets hat sich das Bündnis Naturraum Mehringer Höhe gegründet, dass es sich zum Ziel gesetzt hat die vorkommenden Arten und den Lebensraum zu schützen sowie seinen Erhalt und seine Entwicklung weiter zu fördern. Auch der BUND ist Teil dieses Bündnis, ebenso wie Fridays for Future, Extinction Rebellion und Greenpeace, sowie einige Privatpersonen.

Weitere Infos unter: https://mehringer-hoehe.de und auf Facebook unter "Bündnis Naturraum Mehringer Höhe", sowie auf Instagram unter "naturraummehringerhoehe".

Untersuchung zum Vorkommen der Wildkatze auf der Mehringer Höhe

Januar 2019: Wildkatze am Lockstock im Schnee auf der Mehringer Höhe

Die Verbandsgemeinde Schweich plant, ein Gewerbe- und Industriegebiet im Naturraum der Mehringer Höhe auszuweisen. Klaus Kugel und Rolf Winkler haben aus diesem Anlass das örtliche Vorkommen und die Lebensraumsituation der Wildkatze untersucht.
Die Ergebnisse können Sie [ hier ] gerne einsehen!