Region Trier

Amphibienschutz

Im Kreis Trier-Saarburg kommt ein großer Teil der in Deutschland heimischen Amphibienarten vor. Dabei kann die Erdkröte Bufo bufo vielerorts angetroffen werden. Als Weitstreckenwanderer stellt für sie häufig die Überquerung der Straßen ein Problem dar. Häufig werden Fangzäune aufgestellt, wie es beispielsweise in Aach der Fall ist. Dies ist jedoch nicht immer möglich. So kam es in Trier Süd auf der Höhe des Südbads nur zum Anbringen von Bordsteinabsenkungen, die den Tieren das Überqueren der Straße erleichtern sollen. Zusätzlich sind dort Ehrenamtliche aktiv, die den Tieren während der Hauptlaichzeit beim Überqueren der Straße helfen. Der Aulbachweiher gegenüber des Südbads stellt das Hauptlaichgewässer der Art in diesem Gebiet dar.

Kröte bei Nacht aufgenommen  (Svenja Ellwart)

Eine Vielzahl von Arten kann außerdem im Naturschutzgebiet Mattheiser Wald beobachtetwerden. Er umfasst eine Flächengröße von 447 ha. In der Vergangenheit wurde das Gebietvon  französischen  Streitkräften als Truppenübungsplatz genutzt.  Nach Aufgabe dermilitärischen Nutzung  wurde das Gebiet im Jahr 2003 von der SGD Nord als Naturschutzgebiet ausgewiesen und noch im selben Jahr zum FFH-Gebiet erklärt. Über Jahrzehnte sorgte die militärische Nutzung hier für eine starke Bodenverdichtung, sodass Flachwasserbereiche mit einem bemerkenswerten Amphibienbestand entstehen konnten. Hier können neben Erdkröten auch Grasfrösche (Rana temporaria), Fadenmolche (Lissotritonhelveticus) und Bergmolche (Ichthyosaura alpestris) angetroffen werden. Zudem kommen dort die Gelbbauchunke Bombina variegata und der Kammmolch Triturus cristatus vor, fürderen Schutz das Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Beide Arten sind Arten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhalt Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen(s. Anhang II FFH-Richtlinie). Bei Sonnenschein und nach starken Regenfällen können im Mattheiser Wald rufende Unkenmännchen beobachtet werden. Die Gelbbauchunke weist ein sehr charakteristisches Aussehen auf und kann mit einem Blick erkannt werden. Sie hat tropfen-  oder  herzförmige Pupillen, was bei keinem anderen heimischen Froschlurch vorkommt. Ihre unauffällig braun gefärbte Unterseite stellt außerdem einen starken Kontrast zu der  schwarz-gelb gefärbten Bauchseite dar. Die Besonderheit hierbei ist,  dass das Bauchmuster sich nach der Metamorphose nicht mehr verändert. Es ist also eine Art Fingerabdruck anhand dessen die Tiere ihr Leben lang eindeutig identifiziert werden können. In der Dämmerung können außerdem wandernde Kröten angetroffen werden. Vorsicht ist außerdem ab Anfang Juni geboten, wenn die ersten Jungtiere der Erdkröte die Gewässer verlassen und abwandern.

 (Svenja Ellwart)
Nebenfluss um Vordergrund, Ufer im Hintergrund  (Svenja Ellwart)

Da es sich beim Mattheiser Wald wie bereits beschrieben um ein Naturschutzgebiet handelt, gilt es beim Beobachten der dort vorkommenden Amphibien allerdings einige Regeln zu beachten. Zum einen sollten die Wege nicht verlassen und Hunde angeleint werden. Des Weiteren ist es verboten Tiere oder Pflanzen zu entwenden. Diese Regeln sind dringend einzuhalten, da die dort vorkommenden Arten wie Gelbbauchunke und Kammmolch europaweit gefährdet und somit dringend schützenswert sind. Nur wenn diese Regeln eingehalten werden, kann es zum Schutz und Erhalt der Arten kommen.

Teichfrosch im Schilff  (Svenja Ellwart)

Aber auch an anderen Orten im Kreis Trier-Saarburg können Amphibien angetroffen werden. Auf der Ausgleichsfläche Monaise in Trier-Euren, die den Ausgleich zum Bau der zweiten Schleusenkammer darstellt, kommen Teichfrösche in hoher Abundanz vor. Diese können bei Sonnenschein am Rand des Nebenarms der Mosel beobachtet werden. Die Kreisgruppe Trier- Saarburg erfasste dort sowohl 2018 als auch 2019 die dort vorkommende Fauna und ihre Häufigkeit. Neben den Teichfröschen wurden vor allem Vögel und Insekten erfasst. Weitere Amphibienvorkommen lassen sich entlang des Aveler Bachs finden. Dort können Kröten und Frösche aber auch Gelbbauchunken angetroffen werden. Dieser Standort stellt ebenfalls ein Ziel der Kindergruppe BUND-Spechte dar und wird auch 2020 wieder Teil der Bachexkursion sein (BUND-Spechte).

Amphibien können demnach an vielen Stellen im Kreis Trier-Saarburg angetroffen werden. Da sie jedoch vor allem durch die Zerstörung und Fragmentierung ihrer Lebensräume vonstarken Bestandsrückgängen betroffen sind (Naturschutz & Artenvielfalt-Amphibien), sollte es lediglich zur Beobachtung und nicht zum Fang der Tiere kommen.

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