AK Mobilität und Stadtentwicklung
1. Geschichte und Ausrichtung des AK
Der AK Mobilität & Stadtentwicklung ist eine zivilgesellschaftliche Initiative und besteht seit 15 Jahren. Er wurde geründet vom ehemaligen Verkehrsplaner Raimund Scholzen (verstorben 2024) mit dem Ziel, die widerstreitenden Interessen und die hohe emotionale Betroffenheit, da wir alle Verkehrsteilnehmer, -verursacher, -beobachter und auch Verkehrsopfer sind, zu „objektivieren“. Der Doppeltitel des AK ist darin begründet, dass zum Thema „Verkehr“ auch alles gehört, was Verkehr auslöst, z.B. die Stadtentwicklung, die Flächennutzungs- und Bebauungsplanung. Der AK hat es sich deshalb von Anfang bis heute zur Aufgabe gemacht, Flächennutzungs- und Bebauungspläne sowie Verkehrskonzepte zu evaluieren und - auch in öffentlichen Stellungnahmen - zu kommentieren. Im Bereich Verkehr hat der AK auch eigene Konzepte entwickelt – z.B. für ein klimagerechtes Mobilitätskonzept oder eine Radwegeführung in der Ostallee. Aufgrund der personellen Zusammensetzung des AK können für diese Aktivitäten verschiedene Perspektiven fruchtbar gemacht werden: die Perspektive vom Umwelt- und Naturschutz, die verkehrstechnische und verkehrspolitische Perspektive, die Perspektive der Inklusion von Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Aufgrund dieser Konstellation ist der AK für Trier eine singuläre, parteiübergreifende Initiative, die sich auch in verschiedenen kommunalen Gremien engagiert.
2. Stellungnahmen des AK
Gemäß seinem Selbstverständnis, öffentliche Diskussionen zu versachlichen und die o.g. Perspektiven zu verdeutlichen, hat der AK in den 15 Jahren eine Vielzahl von Stellungnahmen und Leserbriefen in der lokalen Presse veröffentlicht:
- Eingaben an Bundespolitiker zur B50, Moselaufstieg
- Stellungnahmen zu und Bebauungsplänen; Castelnau, Langenberg, Trier-Nord, Kürenz
- Stellungnahmen zu Flächennutzungsplan: Gewerbegebiet Kockelsberg; Globus-Markt
- Stellungnahmen zum Bundesverkehrswegeplan: Moselaufstieg / Umfahrung Zeewen
- Stellungnahmen zum Mobilitätskonzept 2025 und 2030
- Stellungnahme Petrisbergaufstieg (Seilbahn)
- Stellungnahme zum Flächennutzungsplan: Teilfortschreibung Windenergie
- Beteiligung am Trierer Manifest des Buvko
- Zielpapier: Verkehr – Mobil ohne Stress bei gesunder Luft (2010)
- Offener Brief „Aktionsplan Klimaneutrales Ehrang“ (nach Kyll-Flutkatastrophe)
3. Öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltungen
Um seinem Anspruch gerecht zu werden, Bürgerinnen und Bürger für das Thema Mobilität und Stadtentwicklung zu sensibilisieren, hat der AK jeweils vor Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahlen öffentliche Veranstaltungen mit Vertretungen aus der Politik, der Kommunalverwaltung oder zivilgesellschaftlichen Organisationen, veranstaltet. Die Veranstaltungen mit jeweils 80 bis 100 Teilnehmern und einer Resonanz in der lokalen Presse haben gezeigt, dass der AK ein wichtiges Themenfeld der Stadtentwicklung abdeckt.
- Podiumsdiskussion „Global denken – Lokal Handeln: Aber wie? Klimaschutz und Nachhaltigkeit als Aufgabe der Politik vor Ort“ (09.05.2019, mit Vertretern der Trierer Fraktionen im Stadtrat)
- Podiumsdiskussion „Mobilität neu Denken. Passt der Moselaufstieg noch in Zeiten einer Verkehrswende?“ (16.09.2021, mit den Spitzenkandidaten der Parteien aus dem Wahlkreis)
- Podiumsdiskussion „Verkehrswende fürs Klima. Radelt Trier hinterher?“ (15.09.2022, mit Verkehrsexperten aus Polizei, vom ADFC, aus der Wissenschaft und der Kommunalverwaltung)
- Zukunftskonferenz zur Begrünung der Trierer Innenstadt (mit Beteiligung des Bau- und Umweltdezernenten der Stadt Trier)
- Podiumsdiskussion „Unsere Stadt von morgen – Wir haben die Wahl“ (23.April 2024, mit dem Spitzenkandidaten der demokratischen Fraktionen im Trierer Stadtrat)
4. Exkursionen und Aktionen
Um die Ziele des AK auch erfahrbar zu machen, hat der AK Aktionen und Exkursionen zu öffentlichen Räumen organisiert, die für eine klimagerechte Entwicklung der Stadt und des Verkehrs eine besondere Dringlichkeit aufweisen. Jeweils 60 bis 80 Menschen haben daran teilgenommen.
- Rad-Exkursion zu den Hotspots des Trierer Radwegenetzes (2022: z.B. Römerbrücke, Saarstraße, Südallee, Ostallee)
- Rad- und Fuß-Exkursion zu Lokalitäten für eine klimaresiliente, rad- und fußverkehrfreundliche Umgestaltung (2024: z.B. Römerbrücke, Ostallee, Porta-Nigra-Umfeld)
- Alternative Platznutzung „Rindertanzplatz „Um-Parken – mehr Grün statt Blech: Den öffentlichen Raum klimagerechter verteilen (2023: dreitägige Aktion auf dem autofreien Rindertanzplatz um Umgestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen
- Exkursion nach Metz: Bustransport in der Fußgängerzone
Auf Basis der Exkursionen hat der AK in Kooperation mit dem Verkehrsplaner Maik Scharnweber ein Radverkehrskonzept für den Bereich Ostallee entwickelt, das bereits an den Baudezernenten der Stadt Trier geschickt wurde.
4. Geplante Veranstaltungen
- Einbringen des Konzepts Radverkehr im Bereich Ostallee in den kommunalen AK Radverkehr.
- Erarbeitung einer Stellungnahme zur Wohnraumentwicklung in Trier
- Erarbeitung einer Stellungnahme zur klimaresilienten Innenstadtgestaltung am Beispiel des Porta-Nigra-Umfeldes und des Rindertanzplatz
- Aktion: Behindertengerechte Mobilität in der Innenstadt
Wer Interesse an der Arbeit im Arbeitskreis hat, kann sich gerne anschließen
Trier, Februar 2026
Sprecher Hans-Jürgen Bucher